Elf engagierte Frauen und Männer wurden heute im Landesmuseum bei einer Feierstunde von Ministerpräsident Kurt Beck mit dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. „Sie haben Ihre Fähigkeiten, Ihre Kenntnisse und Ihre Mittel eingesetzt, um andere zu unterstützen oder eine Sache voranzubringen. Sie haben sich herausragende Verdienste in Rheinland-Pfalz und um unser Land Rheinland-Pfalz erworben“, sagte der Ministerpräsident zu den neuen Ordensträgerinnen und Ordensträgern. „Ich sage Ihnen von Herzen Danke und freue mich, dass ich Ihnen die höchste Auszeichnung des Landes verleihen kann. Sie ehrt zugleich die Menschen, die sich in ähnlicher Weise engagieren und soll Ansporn sein, Ihrem Vorbild zu folgen.“
Der Ministerpräsident wies auf das breite Spektrum an Verdiensten der Geehrten hin, das vom sozialen Bereich über die Wissenschaft bis zur Kultur und Denkmalpflege reiche. „Ihre herausragenden Leistungen sind nicht nur ein Dienst an Menschen oder an einer Sache, die Sie unterstützen. Sie sind zugleich ein Dienst an einer lebendigen, lebens- und liebenswerten Bürgergesellschaft, die wir anstreben“, so Kurt Beck. Der Staat habe die Aufgabe, Rahmenbedingungen und Strukturen zu schaffen, in denen sich Engagement und Ideen entfalten können. Die Landesregierung fördere deshalb in hohem Maße das Ehrenamt und das Stiftungswesen.
Unter den Ordensträgerinnen und Ordensträgern ist Prof. Dr. Gerhard Wegner, emeritierter Direktor am Mainzer Max-Planck-Institut für Polymerforschung.
[Quelle: Staatskanzlei Mainz]
Den Originaltext finden Sie
hier
*******************************************************************
Prof. Dr. Gerhard Wegner (Jahrgang 1940)
Nach seiner Promotion an der Universität Mainz im Jahre 1965, ging Gerhard Wegner 1966 in die USA, wo er an der Yale Universität zwei Jahre lang forschte. Nach seiner Rückkehr arbeitete er am Institut für Physikalische Chemie der Universität Mainz mit Prof. E. W. Fischer, seinem späteren Kollegen im MPI-P. Im Jahr 1974 folgte er einem Ruf der Universität Freiburg, wo er einen der angesehensten Lehrstühle für Makromolekulare Chemie in Deutschland bis 1984 innehatte. Nach seiner Rückkehr nach Mainz baute er zusammen mit Prof. Fischer ab Juni 1984 das Max-Planck-Institut für Polymerforschung auf und leitete hier fast 25 Jahre die Abteilung „Festkörperchemie“.
In über 30 Jahren etablierte Prof. Wegner ein weltweites Netzwerk von Kooperationen mit zahlreichen Partnern in Industrie und Wissenschaft. Darüber hinaus hatte er entscheidenden Anteil am Aufbau mehrerer Max-Planck-Institute in den neuen Bundesländern. In Mainz gilt er als zentraler Motor zwischen Universität und Max-Planck-Institut. Darüber hinaus stand für Herrn Wegner seit jeher die Ausbildung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an erster Stelle. So war er Mitinitiator des Programms der International Max Planck Research Schools (IMPRS) der Max-Planck-Gesellschaft sowie langjähriger Sprecher der IMPRS for Polymer Materials Science in Mainz. Er betrieb die Gründung von Nachwuchsgruppen und trug maßgeblich zur Förderung von Frauen in der Wissenschaft bei.
Gerhard Wegner war Vorsitzender der Chemisch-Physikalisch-Technischen Sektion (1991 bis 1994) und Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft (1996 bis 2000) sowie mehrfach Geschäftsführender Direktor am MPI-P. Seine über 600 wissenschaftlichen Publikationen beschäftigen sich mit neuartigen Strukturen von Makromolekülen als Bausteine von Werkstoffen für neue Technologien. Gerhard Wegners herausragenden Leistungen zur Erzeugung leitfähiger Polymere, steifer Makromoleküle, lichtemittierender Dioden und ultradünner Schichten für optische, elektronische und biologisch aktive Materialien sind international anerkannt und werden höchsten Ansprüchen gerecht.
Für seine Arbeit auf dem Gebiet der Polymerforschung erhielt Herr Wegner bisher zahlreiche Preise im In- und Ausland; unter anderem die von der Gesellschaft deutscher Chemiker (GdCh) verliehene Herrmann-Staudinger-Medaille, Ehrungen der Amerikanischen Chemischen Gesellschaft und der Japanischen Gesellschaft für Polymere sowie das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse.